Sonntag, 7. März 2021

2020

 Das Jahr 2020 war Corona-bedingt kein großes Reise-Jahr. Die Aktivitäten beschränkten sich auf einen Wochenendausflug nach Hiddensee und einen Tagesausflug in den Westharz nach Festeburg bei Clausthal-Zellerfeld. Die Ostsee hatte wieder ein paar schöne Fossilien aus dem Ordovizium und dem Silur freigespült. Ein Trilobiten-Schwanzschild - vermutlich der Gattung Illaenus - half mir, einen früheren Schneckenfund dem Ostseekalk des Ordoviziums zuzuordnen (siehe Foto1). Aus dem Silur besonders bemerkenswert war der Fund eines Cephalopoden - Ptenocerida alatum (Oncocerida) aus dem Leparditengestein, der zusammen mit einem früheren Trilobiten-Fund abgebildet ist (Foto2). Diese Art gilt als Artverwandter der Nautiliden.



Der Westharz bot mit Anetoceras ebenfalls eine sehr interessanten Cephaopoden des Devon; dieser markiert den Beginn der Ammoniten-Fauna, die das Mesozoicum beherrschten (Foto 3). Darüber hinaus waren erfreuliche Funde von devonichen Trilobitenresten - Phacops und Digonus - zu verzeichnen (Foto4+5).











Montag, 19. August 2019

2019

Die Familie nutzte die Schneehänge des Westharzes, während ich mich auf den Weg nach Clausthal-Zellerfeld machte. Die Bedingungen zum Fossilien-Sammeln waren grottig, wurden aber dennoch mit ein paar devonischen Meeresfossilien (Seelilie, Brachiopoden) sowie Karbon-Pflanzen nebst Posidonia-Muschel belohnt.
Eine Exkursion in das nördliche Harzvorland bereicherte die Kreide-Sammlung aus dem schönen Steinbruch von Hoppenstedt.
Im Wesentlichen war das Jahr jedoch durch Alpenexkursionen gekennzeichnet.
Nach dem Besuch der Texel-Gruppe am Meraner Höhenwanderweg durfte die Bletterbachschlucht in den Dolomiten nicht fehlen. Diese Schlucht markiert einzigartig den Wechsel des oberen Perms zur unteren Trias. Im Bachbett dominierten Schiefer und Mergel der Werfener Schichten (Untertrias) neben Sarl-Dolomit (bereits mittlere Trias) und Sandsteinen, Mergeln und Tonen des oberen Perms, welche durch Pflanzenreste und Spurenfossilien Weltbekanntheit erlangten. Auch mir lief eine Spur über den Weg, die mir erst später bewusst wurde - deutlich sind 5 Zehen. In Abgleich mit Lektüre von der Bletterbach-Schlucht kristallisierte sich die Spur unseres Ur-Vorfahrens heraus - die "Mutter" aller Säugetiere - Dicynodontia (zu den Therapsiden gehörig).


Zwischen Schlern und Rosengarten konnten weitere Fossilien aus dem mittleren bis oberen Trias geborgen werden - vor allem Schnecken, Muscheln und kleine Ammoniten. Am interessantesten war jedoch ein Fund, der nach langen Recherchen als Fußknochen-Rest von Askeptosaurus italicus interpretiert wird.








Im Sommer waren dann die französischen Alpen an der Reihe. Mit dem Ort La Clusaz als Ausgangspunkt konnte das Helvetikum der französischen Alpen ausführlich studiert werden. Die Kreide- und Tertiär-Fossilien sind nicht spektakulär, haben aber zur Allgemeinbildung beigetragen. Typisch sind Rudisten-Reste sowie Nummulithen-Kalke und wenige Fossilien in Flysch-Sedimenten (eher dürftig erhaltene Pflanzen- und Muschelreste). Die Jura-Schichten bestanden aus massiven Kalken (ehemalige Riffe) des Tithon sowie Tiefseesedimenten (Terre noire). Letztere enthielten pyritisierte Spuren, die an Seelinien erinnern sowie einen Seeigel (Nucleolites mit "gespiegelten" Stachelansätzen?).













2018

Das Jahr 2018 stand klar im Zeichen des Fisches.
Mit dem Besuch von Trier war ein Abstecher nach Bundenbach naheliegend. Auch wenn das Haldenmaterial gut "abgesammelt" ist, sind doch manchmal Überraschungen möglich. In nachfolgender Spur aus Kupferkies (oder Pyrit?) zeichnet sich der Abdruck von Lunaspis ab - einem Panzerfisch aus dem Unterdevon.

Der zweite bemerkenswerte Fischfund stammt aus dem Pienini-Gebirge in Südpolen - einem Karpaten-Vorgebirge südlich von Krakau.
Bei Dauerregen und Überflutungen des Dunajec sowie extrem angestiegenem Wasserpegel am Stausee von Zamek waren die Gelegenheiten zum Sammeln von Fossilien gering. Um so erfreulicher der Fund eines eozänen Haizahn-Abdruckes (Isurus praecursor) zusammen mit einem Haarschwanz-Fisch (Lepidopus), welcher vermutlich auf dem Speisezettel stand. Ein paar jurassische Ammoniten-Reste sowie ein schöner Kalkspat-Einzelkristall bereicherten den Ausflug.







Einige interessante Funde aus Berlin und Hiddensee konnten meine Sammlung ebenfalls bereichern. Erwähnenswert sei noch der Fund eines Samenfarns mit Pollenanlage aus Manebach (Perm).




Samstag, 12. August 2017

2017

In diesem Jahr stand Böhmen im Fokus meiner geologischen Streifzüge. Auf den Spuren von Joahim Barrende, der vor über 150 Jahren vom Brückenbau-Ingenieur zum Fossiliensammler mutierte, erlebte ich faszinierende Landschaften und tiefe Einblicke in die Erdgeschichte.
Zunächst nutzten wir als Familie Christi Himmelfahrt für ein verlängertes Wochenende in Prag. Der Besuch der Altstadt ließ sich gut mit einem Halt am Letna-Felsen kombinieren. Mit einem kleinen Trilobitenschwanz aus dem Ordovizium wurde ich belohnt. Nach zwei Tagen Altstadt und Hradschin ließ sich die Familie auf eine Wandertour im südlichen Teil von Prag ein. Die über 20 km lange Tour verlief über den Barrende-Felsen und die "schwarze Schlucht" von Mala Chuchle an der Grenze zwischn Silur und Devon zu den mitteldevonischen Felsformationen von Hlubocepy bis nach Zlichow. Abschließend besuchten wir das Barrende-Filmstudio. Wenngleich die Ausbeute der Wanderung überschaubar war, waren allein die Landschaften sehr eindrucksvoll.

Anfang August startete ich zusammen mit meinem Sohn eine Exkursion nach Mittelböhmen. Ausgangspunkt unserer Radtouren war die alte Königstadt Beroun. Bereits am Tag der Ankunft erkletterten wir den "Rücken" des Ordoviziums bis zum "Ded". Der Höhensprung von ca. 270 m war am Abend spürbar. Die Tour darauf begann in Krivoklat - wo sie auch in gleichnamiger Burg endete - und führte uns nach Skryje - bis hin zu einem kleinen Wasserfall. An den unscheinbarsten Stellen hatte ich Erfolg und konnte relativ viele Trilobiten aus dem Kambrium bergen. An verschiedenen Stellen waren Tafeln zu den geologischen Standortverhältnissen aufgebaut - ein Lob an die tschechischen Kollegen. Den Tag darauf widmeten wir uns dem Silur und Devon in der Umgebung von Karstejn. In Hostim konnte ich anhand von Pflanzenfossilen die Verlandung des "Böhmischen Beckens" nachvollziehen. In Mala Amerika stand roter Knollenschiefer des Mitteldevons an, die wenigstens eine kleine Brachiopode für mich übrig hatte. Karlstejn bot neben einem interessanten Wachsfigurenkabinett überwiegend Cephalopodenkalke und Graptolithenschiefer des Silurs sowie einen Tentakulithen und Crinoidenkalke des unteren Devons. Geduldig wartete mein Sohn, bis ich genügend Material aufgelesen habe. Alles in allem war dies eine gelungene Böhmen-Reise.

Bilder von oben nach unten: Kambrium - Ordovizium - Silur - Devon





Im Spätsommer war das Sammeln von Trilobiten und Orthoceren auf Hiddensee angesagt. Fossilien aus dem Kambrium bis Silur waren reichlich vertreten. Aus dem Jura gab es unter anderem Palmfarn-Blättchen sowie aus dem Paläozän die "Schwanzhülle" eines Dekapoden mit sehr eng anliegenden "Gliedern" (6 Stück). 



Im Dezember wurde ich auf einer Baustelle in Berlin-Jungfernheide von "Sternberger Kuchen" aus dem Tertiär sowie Pflanzenfossilien (Psilophyten und Ur-Farn) aus dem Devon überrascht. 
  

Sonntag, 10. Juli 2016

2016

Das Jahr 2016 ist bisher durch zahlreiche Funde auf Baustellen geprägt. Im Berliner Mauerpark konnten im März eine Koralle aus dem Silur, eine Koralle, eine Bryocoe, ein Stück Seelilie und Bärlapp-Kalksinter aus dem Devon, eine Koralle und eine Muschel aus dem Jura und ein Korallen-Oolith aus dem Paläozän geborgen werden. In Potsdam gesellte sich eine Silur-Koralle hinzu. In Spandau (Moritzstraße) zeigte sich ein Ceratit aus dem Muschelkalk. Anfang Juli kamen ein Kieselschwamm und ein Haizahn? (oder dorch nur Kalkschwamm?) aus der oberen Kreide zum Vorschein.

Der Sommerurlaub ging in diesem Jahr nach Vilnius und über Sovietsk / Tilsit schließlich nach Pionerski / Neukuhren an die russische Ostsee. Trotz der Anstrengungen dieser Reise waren ale Famiienmitglieder begeistert. Vor 30 Jahren war Bettina in Vinius als 16-Jährige, nunmehr ist unsere Tochter Wanda (Vandute) im selben Alter. Die Familie von Frau Dr. Aleksandra Barzilauskiene war wie im vergangenen Jahr, als ich mit Karl auf Baltkum-Trip war, sehr fürsorglich und schien uns adopiert zu haben. Nun möchte ich mich aber mehr den geologischen Themen zuwenden.
Vilnius ist relativ hügelig, es ist bizarr, was die Eizzeit hinterlassen hat. Im Geschiebe finden sich neben Graniten aus Finnland überwiegend Kalkgesteine aus dem Ordovizium und Silur (Estland) sowie Pflnzenfossilien aus dem Devon (Lettland) Auf dem Weg zu den "3 Kreuzen" sichtete ich eine Orthocere aus dem Ordovizium. Da ich diese nicht schadlos hätte bergen können, ist die kurz unterhalb des Gipfelsimmer noch zu entdecken. Am Hangfuß konnte ich dafür Crinuidenkalk und Tentakulithen-Quarzit aus dem Silur sowie verkieseltes Holz einer Urfarnpflanze des Devons bergen.
Am geographischen Mittelpunkt Europas - 19 km nördlich von Vilnius gesellte sich eine Brachiopode aus dem Ordovizium hinzu. Am grünen See fand ich ebenfals eine zusaammen mit einer Silur-Koralle.
Der Strand von Pionerski barg Bernstein (auch ein Stück mit Moossporen). In Yantarni wird Bernstein abgebaut. Yantar heißt auf russisch Bernstein.
Aus der Kreidezeit fand ich neben Belemniten und Kalkschwämmen auch eine Qualle. Eine dünne Kalkablagerung hat den Schirm, den Mund und die Tentakel sichtbar gemacht! Das Ordovizium war mit Trilobiten (Asaphus) und Schnecken vertreten. Das Silur war sehr reichhaltig - zahlreiche Trilobiten (Diacalymene), Schnecken, Brachiopoden, Muscheln,  Moosierchen und Korallen. Auch über Pflanzenreste mit Muchelbruch und einer Brachiopode und einer Fischflosse aus dem Devon-Sandstein war ich sehr erfreut. Zu erwähnen wäre noch ein Topas in Quarzporphyr.





 


Freitag, 13. Mai 2016

2015

Die ersten Fossilien sammelte ich in Gera-Trebnitz, da ich geschäftlich in der Gegend zu tun hatte. Muscheln, Brachiopoden und Moostierchen aus dem Perm gibt es nicht an viele Stellen.

Mit einem Arbeitskollegen von Betti unternahm ich eine Reise in das Baltikum. Wir besuchten in Estland die schöne Mittelalterstadt Thallin, den Lahema-Nationalpark und das Ostseebad Pärnu. Im und am Lahema-Nationalpark war der Reichtum an Fossilien aus dem Ordovizium beinah so groß, wie auf Öland.

In Pärnu las ich vielleicht die einzigen vorhandenen Fossilien auf - Korallen und Brachiopoden aus dem Silur und Brachiopoden aus dem unteren Devon.

In Lettland paddelten wir in Sigulda und bewunderten die roten devonischen Sandsteinfelsen. In Riga nahm ich mir Devon-Schnecken von einem "Schneckenberg" in einem Park mit. In Lettland besuchten wir als erstes die Kurische Nehrung. Ein paar kleine Bernsteine nebst Zapfen aus dem Tertiär sprangen dabei heraus. Es gab aber auch Silur-Korallen - meistens Thecia, vereinzelt Favosites. Den Abschluss bildete die barocke Stadt Vilnius - das Rom des Nordens. Dabei begleitete uns die Familie von Frau Dr. Barcilauskene, eine berufliche Bekanntschaft meines Schwiegervaters.

2014

Das Jahr begann mit ein paar kleinen Zufallsfunden auf Wanderungen im Harzvorland (Kreide-Ammonit), bei Osterfeuer (Muschelkalk) und während der Arbeit (Silur-Tentaculith und Moostierchen).

Ein wunderschönes Wochenende verbrachte ich allein mit Betti am Nordkap der Insel Hiddensee. Dabei konnte ich ungestört Fossilien aus dem Ordovizium, dem Silur, der Kreide und dem Tertiär auflesen.

Im Sommer verbrachten wir den Urlaub in Boltenhagen an der Ostsee. Dort konnte ich schöne Trilobiten aus dem Ordovizium bergen. Weitere Fossilien aus dem Kambrium, dem Silur, dem Devon, der Kreide und dem Tertiär konnte ich ebenfalls auflesen.


In Dresden bei einem Abstecher von ener Baustelle saammelte ich Kohlepflanzen aus dem Karbon sowie eine Muchel und eine Schnecke aus der Kreide. Während einer Draisinentour bei Templin entdeckte ich einen Panzerfisch aus dem Devon mit Trilobitenrest sowie eine silurische Orthocere.


In den Herbstferien besuchten wir Capri, Pompeji, Heraculaneum und den Vesuv. Neben vulkanischen Gesteinen konnte ich fossile Zeitzeugen bergen, die hauptsächlich aus dem Tertiär stammen. Kurz vor Jahresende hatte ich Zeit, die Kiese an einer Einfahrt bei einem Freund von Wieland in Buch zu plündern - ein Panzer eines Panzerfisches aus dem Devon, eine Orthocere und ein Trilobitenschwanz aus dem Ordovizium kamen zum Vorschein. Insgesamt war das Jahr relativ fischreich.